Wohin im Urlaub mit der Achtsamkeit – und dann noch mit Kindern! Selbstversuch.

Urlaubszeit. Im Alltag habe ich das Thema Achtsamkeit gut verankert. Ich bin zufrieden. Klappt nicht immer alles, aber immer öfter viel! Meditation, achtsam essen. Achtsam gewandert – super! Waren aber auch nur Menschen dabei, die das gleiche Ziel verfolgten: achtsames Gehen entdecken oder vertiefen. Nun ist aber Familienurlaub dran. Da fragt man sich als Familienmutter schon mal: wie soll ich da meine Zeiten finden? Oder gar die Familie in die achtsamen Übungen und Haltungen einbeziehen? Ferienhaus und 5 Personen. Ich, zwei Kinder und meine Eltern. Es war eine Art Selbstversuch, um die eigene Praxis nicht in dieser außergewöhnlichen Zeit zu verlassen. Denn oft sind es Urlaube, die uns aus gut eingeübten Dingen herausholen, oder? Wie ist es mit dem Sport im Urlaub? Ich sehe hier bei 40 Grad die Hardcore-Sportler, die weiter joggen, mit hochrotem Kopf. Oder die zwei holländischen Mami´s, die ich hin und wieder auf dem Weg zum Supermarkt treffe: immer in Sportklamotten und dann tragen sie den Einkauf für zwei Familien im Walkingtempo nach Hause.

So ehrgeizig bin ich nicht. Mein Walking-Programm ist ausgesetzt, wegen der Hitze. Dafür Workout im Pool. Und was machen die Kids? Tauchen und schauen, was Mama unter Wasser macht – Tag 1. Grinsen und Witze machen – Tag 2. Es irgendwie doch cool finden und mitmachen – Tag 3. Hat das was mit Achtsamkeit zu tun? Na klar. Ich nehme meinen Körper wahr. Nicht nur wenn er vom Tapas-Essen in Magengegend gut gefüllt ist. Ich nehme die Bewegungsbedürfnisse wahr, ich nehme Ruhebedürfnisse wahr. Ich spüre die positiven Einflüsse von Bewegung.

Zu meinem Achtsamkeitsprogramm gehört zu Hause meine Meditationszeit. Das Meditationskissen war im Reisegepäck. Ganz ehrlich: im 5 Personen-Ferienhaushalt war es gar nicht so einfach, hier einen Platz im wahrsten Sinne des Wortes zu finden. Aber es ist hier wie überall: soll der Schweinehund siegen oder das persönliche Wohnbefinden? Und siehe da, die Sitzmeditation am Pool war großartig! Und die Muskelentspannung auf der Liege im Schatten auch – Oma hat einfach mitgemacht. Sie kennt das von früher. Aha! Und was passiert noch? Man redet. Unterhält sich über Bedürfnisse. Und lernt aufeinander anders zu achten. Achtsamkeit und Aufmerksamkeit ist nicht das gleiche, aber aufmerksam dafür werden, was mein Umfeld braucht, ist ein wichtiger Bestandteil guten Miteinanders. Und Achtsamkeit wirkt auch ins Miteinander. Wer achtsam hört, nicht beurteilt, kann akzeptieren. Meine Kinder bekommen zu Hause meine Meditationszeiten nicht mit. Weil ich sie „familienfreundlich“ dann abhalte, wenn ich alleine bin. Oder ist es mamafreundlich? Hier haben meine Kinder die Chance zu erleben, was ich mache und auch warum. Denn sie spüren, wie ich, die positive Wirkung der Meditation. Die Ruhe, die andere Art miteinander zu sprechen und zu reagieren. Meine Große hat eine Sonnenmeditation erfunden – und ich durfte mitmachen!

Achtsam der Umwelt begegnen. Intensiver wahrnehmen. Auch das: geht mit Kindern.

Achtsam mit der Ernährung umgehen? Oh ja! Es fängt damit an, wo Dinge herkommen. Wie sie verarbeitet werden. Was sie einem Wert sind. Bewusstes Einkaufen. Ein Erfahrungswert für meine Eltern: die Frage Was brauchen wir wirklich? Was ist gesund? Was mag ich und was esse ich aus Gewohnheit? 

Wenn die Aufmerksamkeit intensiviert wird, dann ist der Achtsamkeit eine wichtige Tür geöffnet. Ich kann nur sagen: das war ein sehr lohnender Versuch, meine achtsamen Haltungen innerhalb der Familie zu teilen, ins Gespräch zu bringen und hin und wieder andere zu begeistern, etwas in Achtsamkeit zu tun.

Deshalb will ich allen Mut machen, die mit Kindern in den Urlaub fahren, achtsame Tage, aufmerksame Tage zu erleben. Nutze diese geschenkte Zeit, Dinge mit anderen Augen zu betrachten. Schaut mal, wo euer Essen her kommt. Vielleicht auf einem Bauernhof. Kocht gemeinsam. Schaut die Natur an. Betrachtet Dinge in Stille. Und praktiziert Dankbarkeit!

Die Haltung der Dankbarkeit ist eine – meiner Einschätzung nach – wichtigsten Grundhaltungen in achtsamem Leben. Urlaubstage bieten viel Grund zur Dankbarkeit. Am Abend mit den Kindern, dem geliebten Menschen oder für sich zu überlegen Was hat mich heute mit Dankbarkeit erfüllt? Was war sooo schön? Eltern die mit ihren Kindern am Abend beten, kennen das vielleicht ähnlich. Das lässt den Tag mit einem Lächeln abschließen. Und oft ist das Lächeln am nächsten morgen noch da 🙂

In diesem Sinne: schönen – achtsamen – Urlaub!

Welche Urlaubserlebnisse haben euren Urlaub achtsam gemacht? Was hat euch aufmerksamer auf euch, die Familie, Bedürfnisse… werden lassen? Erzählt es mir, ich bin gespannt!

4 Gedanken zu “Wohin im Urlaub mit der Achtsamkeit – und dann noch mit Kindern! Selbstversuch.

  1. Liebe Annette, das ist ein sehr schöner Artikel geworden! Achtsamkeit im Urlaub – wenn ich ehrlich bin, gelingt es mir dort fast leichter, als im Alltag! Mit langsamerem Rhythmus, ohne Uhr und ohne festes Programm gehe ich viel mehr dem nach, wonach mir jetzt gerade im Moment ist. Wir verbringen immer sehr ruhige Urlaube auf „unserer“ Insel Föhr. Das ist Abschalten und Achtsamkeit pur für mich! Auch unsere Kinder kommen ganz in ihren eigenen Rhythmus, haben seit vielen Jahren kleine Urlaubsrituale entwickelt: Bücher in der Wyker Bücherei ausleihen, surfen mit dem Tiderhythmus oder mit Wolle bepackt im Strandkorb sitzen, häkeln und den Möwen lauschen. Hach …. wenn ich das so schreibe, komme ich glatt in Urlaubslaune! In 10 Tagen geht es endlich los! Herzliche Grüße, Christine

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  2. Liebe Annette, ein sehr schöner Post, auch wenn wir noch einige Wochen mit dem Urlaub warten müssen, Achtsamkeit ist bei uns groß geschrieben, auch wenn es jetzt mit einem Kind und Hund wesentlich einfacher ist, als früher mit 3 und auch noch dazu in sehr unterschiedlichem Alter. Aber selbst damals hat jeder für sich achtsame Momente gefunden. Am liebsten würde ich gleicht losfahren. Wie sagt man es aber? Vorfreude ist die schönste Freude. So lange versuche ich zuhause vorzuüben Liebe Grüße, éva

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  3. Liebe Christine, liebe éva!
    Danke für eure Kommentare 🙂
    Rituale zu schaffen ist im Alltag und auch darüber hinaus unglaublich wichtig. Und gerade die Urlaubszeit – da haben viele kleine und große Rituale, die den Wert dieser Zeit auch noch einmal im Besonderen markieren.
    Achtsamkeit im Alltag, unseren normalen Routinen verankert bereichert das Leben und ich wünsche euch wunderbare und erholsame Urlaube! Genießt eure besonderen Momente mit Familie und für euch selbst.
    Liebe Grüße
    Annette

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  4. Pingback: Friday Fives | BUNTRAUM

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