Warum ich einen Gang zurück schalte, langsamer Rad fahre und öfter mal absteige.

Wenn dein Leben geprägt ist von Betriebsamkeit, zeigt das erst mal: Du bist ein aktiver Mensch. Hast Interessen, ein soziales Netz, Hobbys, einen Job der Spaß macht. Betriebsamkeit kann aber umschlagen in Highspeed-Aktivität. Im Privaten und im Beruf. Dann wird der Kalender voller, die Termine enger, die Aufgaben mehr.Wer dann noch eine Neigung zum Ja-Sagen hat und schnell von guten Projekten zu begeistern ist, hat plötzlich einige neue Aufgaben in der Firma oder diverse Ehrenämter im Privaten. Und dann? Wird die Luft dünn. Wird es zuviel oder ist schon zuviel.

Aber wo ist die Pause-Taste? Wo geht´s in den Rückspulmodus? Wie früher am Kassettenrekorder? Die Crux: das geht nicht! Zumindest nicht so einfach. In die Beschleunigungsfalle tappen heißt oft, zu verlernen, wie es anders geht. Ist der Punkt erreicht, an dem etwas oder jemand sagt „so geht das nicht mehr“ (wahlweise der Rücken, der Magen, das Herz, der Partner oder die Partnerin, ein guter Freund, Kollegen…), herrscht oft Sprachlosigkeit, Ratlosigkeit. Wenn´s ganz schlimm ist, bricht mitunter das komplette eigene System zusammen. Erschöpfung total. Burn Out. Auszeit. Ich erinnere mich noch gut an meine Highspeed-Phase. Heute kann ich nicht mehr glauben, dass ich wirklich so wenig geschlafen und teilweise gegessen habe. Gott sei Dank kamen meine Hinweise zu einem Zeitpunkt, als der Systemcrash noch zu verhindern war. Den Lernprozess hin zu Entschleunigung und der Kraft der Langsamkeit musste ich dennoch durchleben. Ein harter Lehrgang. Es braucht Zeit, die unguten und ungesunden Gewohnheiten abzulegen. Und aufzudecken, was sie auch Gutes hatten! Denn oft verdeckt Betriebsamkeit Baustellen, die im Leben auftauchen…

Früher war ich immer schnell unterwegs. Immer im hohen Gang. Immer zwei Dinge gleichzeitig. Mindestens! 😉 Immer alles selber machen, zum Qualitätserhalt! Heute bin ich achtsam. Bin entschleunigt. Werde wirklich zum Slow Worker – immer mehr. Hinterfrage, was ich brauche, was wichtig ist, was oder wer meine Zeit füllt. Manchmal bin ich es ganz alleine. In Rhe und Stille – früher unvorstellbar. Ohne eine Aufgabe. Und jeder langsame Schritt, wörtlich oder übertragen, ist heilsam und gut. Im Privaten und im Job. Entschleunigung schafft neue Kreativität, bringt Ideen hervor, schafft Zufriedenheit und schenkt mir den Blick auf die kleinen, scheinbar alltäglichen Dinge. Deshalb schalte ich öfter mal einen Gang zurück, fahre langsamer und steige ab – zum Hinschauen, Innehalten, Pause machen.

ps – die Karte auf dem Foto steht bei mir zu Hause und soll mich an dieses gute, leichte Gefühl erinnern, dass man hat, wenn man den Blick in die Weite lenkt und sich die Zeit nimmt zu schauen und etwas auf sich wirken zu lassen! In diesem Sinne wünsche ich DIR, Lust an der Langsamkeit und den richtigen Moment…

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