Der rote Faden. Die Spur im Scanner-Leben.

Heute war ich seit längerer Zeit einmal wieder bei einem Netzwerktreffen. Beim anschließenden Mittagessen saß neben mir Julia. Wir kamen ins Gespräch über Scannerpersönlichkeiten. Julia ist auch von Achtsamkeit begeistert und natürlich von vielen anderen Dingen. Als sie sagte, sie sei schon auch eine Scannerpersönlichkeit, regte sich in mir kein Widerstand 😉

Was ist der rote Faden?

Viele Scannerpersönlichkeiten, die (vielleicht endlich) entdeckt haben, wie das heißt, was sie schon ihr Leben lang in sich wahrgenommen haben, behalten Fragezeichen im Kopf. Die Grundfrage ist oft, wie man denn nun herausfinden kann, was man machen soll. Also, welche von den vielen spannenden Ideen man weiterverfolgt, welches Projekt man tiefer plant und angeht, in welche Richtung man eine mögliche Selbständigkeit aufbaut. Und begleitet von dieser Frage ist die Befürchtung, es könnte Langweile aufkommen, wenn es klappt. Langeweile ist eine bekannte Begleiterscheinung für die meisten Scanner*innen. Ich kann die Befürchtung nachvollziehen, dass bei einem Erfolg sich auch Langeweile einstellen könnte. Deshalb ist es nicht unerheblich, wirklich genau hinzuschauen, wenn man vor einer Wahl oder vor einem Potpouri an Möglichkeiten steht. Ich hatte nun schon einige Menschen in solchen Situationen im Coaching. Meist hat das Leben eine Wendung genommen, die dazu führt, dass man sich beruflich verändern möchte. Frauen die nach der Babypause nicht mehr in den Ursprungsberuf zurück wollen oder oft können, tausend Ideen für mögliche Selbständigkeiten haben oder Solopreneure, die man etwas Neues brauchen und vor lauter Ideen nicht wissen, was richtig ist. Ein gefühltes Dilemma. Das keines bleiben muss!

Jedes Leben, jede Geschichte die das Leben eines Menschen erzählt, hat einen roten Faden. Genauso, wie jede gute Unterhaltungsgeschichte, ein lesenswerter Roman und sogar ein gutes Sachbuch einen roten Faden hat. Dem Autor ist dieser rote Faden immer klar. Die Leser*innen sehen ihn nicht unbedingt immer im Verlauf der Handlung. So ist es auch mit dem roten Faden in unserem Leben. Er ist da, nur manchmal sehen wir ihn nicht. Oder nicht alleine. Findet man jedoch diese eine Linie, die mit einem Inhalt, einer Vorliebe, einer Begabung, einem immer wieder auftauchenden Thema, durch unser Leben verläuft, findet man leichter heraus, wohin die Reise gehen soll.

Mit dem roten Faden weiterarbeiten

Ich selbst haben auch einen roten Faden. Und der heißt Umsetzung. Ich plane natürlich gerne. Ich könnte jeden Tag ein neues Projekt konzipieren. Was mir wirklich auch sehr viel Freude macht und Zufriedenheit bringt sind Umsetzungsprozesse. Etwas ans Laufen bringen. Ideen real werden lassen. Das können meine eigenen Ideen sein oder auch Ideen anderer. Das heißt, meine Coachingtätigkeit reiht sich wunderbar in die Geschichte meines roten Fadens ein. Ich habe im Grunde meine Stärke, meine Umstetzungsbegabung und die Lust am Umsetzen weitergewoben und in einen neuen Beruf eingebracht. Und Bingo! Coaching wird nicht langweilig 🙂

Ich habe den Faden auch noch in anderen Richtungen aufgenommen und weitergewoben. Im letzten Jahr habe ich begonnen Weiterbildungsseminar für Coaches zu konzipieren und umzusetzen. Also an den Start und ins Laufen zu bringen. Und damit mir das nicht langweilig wird und ich an meiner Konzeptionsliebe festhalten und schön fleißig umsetzen kann, arbeite ich mit Referent*innen zusammen. Ich kann und will ja schließlich nicht jedes Thema selbst anbieten. Einige ja. Da, wo ich wirklich die Kompetenz habe, bin ich selbst meine Referentin. Und da, wo ich sie nicht habe, und doch denke, Coaches könnten in einem Thema gute Weiterbildung brauchen, arbeite ich mit Fachfrauen und Männern zusammen.

Fadensuche

Du kannst mit Biografiearbeit deinem roten Faden auf die Spur kommen. Ich arbeite mit meinen Klient*innen häufig mit Tools aus diesem Bereich. Eine Möglichkeit, wie du alles, was du bisher so gemacht hast ist eine Lebenslandschaft, die deine Lust-Bereiche und deine Pflicht-Bereiche nachzeichnet. Wenn du kreativ veranlagt bist, kannst du das auf einer großen Pappe machen. Mal dein bisheriges Leben als Fluß oder Weg. Vom Tag deiner Geburt bis heute. Und gilt es Lebensstationen einzuzeichnen. Moment – nein, nicht die üblichen Stationen, wie Schule, Studium, Heirat, Kinder…, sondern die Scannermomente. Wann hast du welche Hobbys gepflegt? Waren sie lustvoll oder eher nicht. Hast du sie gemacht, weil deine Eltern dich als Kind hingeführt haben oder weil du aus eigenem Antrieb unbedingt diesen Sport machen oder jenes Instrument spielen wolltest? Welche beruflichen Stationen hattest du? Wie bist du dazu gekommen? Wie hast du dich mit der jeweiligen Tätigkeit gefühlt. Dazu gehören auch Schülerjobs, Studentenjobs und alles, was scheinbar nicht wichtig sein könnte. Was machst du gerne? Seit wann? Was sagen deine Freunde oder deine Familie, was du besonders gut kannst und in welcher Situation, an welchem Punkt deines Lebens hat sich das gezeigt. Eine schöne Geschichte, die ich einmal hörte war, dass ein Rezeptbuch als Geschenk gestaltet wurde, mit Rezepten von ganz vielen Leuten die mit der beschenkten Person in einer Verbindung standen. Toll! Und was sagt das aus? Dass da jemand mit sehr viel kreativem Potential am Werk war, ein Mensch mit Ausdauer (denn das Sammeln braucht Ausdauer), jemand mit guten und ungewöhnlichen Ideen und einer fürsorglichen Ader, ein Mensch der gerne individuel für andere etwas fertigt. Das kann eine Spur sein, die sich, bei genauem Hinschauen, mit anderen Scanner-Stationen verbindet.

Gemeinsam die Landschaft lesen

Manchmal gelingt das Lesen der Landschaft nicht alleine. Wenn du zwar einige Erkenntnisse gewinnst, aber den roten Faden deines Scannerlebens nicht so richtig findest, du vielleicht das Gefühl hast, es gibt so viele Fadenenden, dass du nicht weißt, welches das richtige ist, such dir Mitleser*innen. Du kannst das mit Freunden versuchen. Oder du gehst mit deiner Landschaft zu einem Coach und erarbeitest den roten Faden mit professioneller Unterstützung. Es wird sich auf jeden Fall lohnen, Ordung in deine bisherigen Aktivitäten zu bringen. Denn diese innere Ordnung wird dir in Zukunft als Navigationshilfe dienen. Das, was dich langfristig erfüllen soll, und gerade berufliche Entscheidungen sind davon ja nicht ganz unberührt, sollte eine Verbindung zu deinem roten Faden haben.

Nichts wie ran, kann ich nur sagen. Mir hat die Entdeckung meines roten Fadens enorm geholfen. Viele Leute denken „Die macht echt viel. Und so viel Unterschiedliches.“ Ja, ich mache viel. So unterschiedlich sind meine Aktivitäten jedoch gar nicht. Denn sie sind alle mehr oder weniger sichtbar mit meinem roten Faden gestrickt. Mal kommt ein bisschen blau und mal ein bisschen grün hinzu und mal wird uni-rot gestrickt. Und ich bin zufrieden. Sei auch zufrieden! Finde Deinen roten Faden. Ich wünsche dir viel Spaß dabei. Und gerne unterstütze ich dich bei dieser Spurensuche in deinem Scannerleben.

Ein Gedanke zu “Der rote Faden. Die Spur im Scanner-Leben.

  1. Pingback: Roter Faden „Selbstloyalität“ – Vorsicht: Persönlich! | Annette Bauer Coaching Blog ACHTSAM & VIELBEGABT

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