Hilfe ich muss tauchen! Ein Buch. Ein Thema. Nur nicht selbst ausgesucht… Scanner als Autor mit Auftrag?!

Als mein Verlag mich im Herbst 2017 fragte, ob ich nicht Lust hätte, ein Buch zum Thema Aufschieberitis zu schreiben, bin ich fast vom Stuhl gefallen. Ich war gebauchpinselt, meiner geschundenen Hochstapler-Seele (siehe Hochstapler-Syndrom), tat das unendlich gut und ja, was soll ich sagen? Ist ja total klasse – also habe ich zugesagt!

Es war ja auch noch Zeit… Ein Satz, der schon hervorragend ins Thema passte.

Und dann machte ich eine Erfahrung, die ich in dieser Härte noch nicht gemacht hatte zuvor. Ich begann mit sehr viel Elan. Als Scannerpersönlichkeit nehme ich ja leicht und sehr gerne jeden inhaltlichen Impuls von außen auf. Kann mal eben schnell in ein Thema springen und springe dann auch recht schnell wieder raus. Hier ging aber mal eben rein und nicht mal eben wieder raus. Ich war gezwungen, in ein nicht selbstgewähltes Thema regelrecht einzutauchen.

Dieser Tauchgang machte mir gehörig Schwierigkeiten. Ich fragte mich zwischendurch wirklich, ob ich ein Aufschiebeproblem habe. Nur wusste ich ja schon genug über dieses Phänomen, dass ich mich beruhigen konnte. Nein – ein Aufschiebe- oder Prokrastinationsproblem hatte ich nicht. Ich hatte ein typisches Scannerproblem! Da ertappte ich mich dabei, wir mir langweilig wurde. Ich hatte einen groben Überblick über das Thema und hätte mich gut verabschieden können. Aber ich sollte ja ein Buch schreiben und keinen Fachartikel für ein Magazin. Und aus diesem Gedanken, beziehungsweise dieser kleinen Erkenntnis, ergab sich eine neue Erfahrung.

Ich entschied mich, für eine Weile zum Taucher zu werden. Nach Barbara Sher, der „Erfinderin“ der Scanner*innen, ist ein Taucher genau das Gegenteil von einem Scanner. Die Menschen, die nicht von Blümchen zu Blümchen fliegen, sondern sich einer Sache verschreiben und das oft ein Leben lang. Bisher war ich wirklich höchstens ein Kurzzeittaucher. Das klappt gut. Jeder, der die Scannerpersönlichkeit in sich trägt, kann das. Ein neues Thema entdecken, sich diesem Thema für eine Weile widmen und dann wieder auftauchen und ins nächste Thema eintauchen. Ich kannte mich bisher so, dass ich eher in mehreren Themen gleichzeitig umhertauchte. So merkte ich gar nicht unbedingt, wie häufig ich wechselte und wie kurz meine Tauchgänge waren. Na ja, man sagt mir nach, es gäbe Themen in denen sei ich schon sehr tief getaucht sei und ziemlich umfangreiches Wissen hätte. Alles rund um die Scannerpersönlichkeit zum Beispiel. Oder Achtsamkeit. Stimmt irgendwie.

Wie ist es mir gelungen, für ein paar Monate bewusst zu einer tieftauchenden Scannerin zu werden? Mir half ein Kapitel des neuen Buches, das ich ziemlich zu Beginn schrieb. Motivation ist ein Thema bei Aufschiebeverhalten. Und ich beschäftigte mich damit. Und stieß auf das Motivationsmodel von Gretchen Rubin. Und war erstaunt, mich in einem Typ wiederzufinden, der sich „Hinterfrager“ nennt. Rubin´s Motivationsmodel geht vom Umgang mit inneren und äußeren Erwartungen um. Als Hinterfragerin kann ich sehr gut mit eigenen Erwartungen umgehen und ihnen auch nachkommen. Erwartungen von außen sind da schon problematischer. Ich hinterfrage alles. Ich will verstehen, warum ich etwas tun soll. Fehlt dieses Verständnis und kann mir niemand dazu verhelfen, fällt es mir ungeheuer schwer, Erwartungen von außen nach zu kommen. Wenn ich aber einen guten Grund finde, die äußere Erwartung zu meiner eigenen zu machen, gibt es keine Hindernisse mehr und ich bleibe dran. Ich erfülle!

Und so war es mit dem Buch. Nach meinem Scannernaturell wäre das Thema viel eher erschöpft gewesen. Mir ist es dennoch gelungen gute Gründe für mich zu finden, warum ich den Buchvertrag erfüllen und dieses Ding schreiben sollte. Es war nicht mehr nur die Unterschrift auf einem Stück Papier. Ich wollte etwas zu diesem Thema beitragen. Prokrastination ist ein wichtiges Thema. Betroffene Menschen können massive (Lebens-)Probleme haben. Brauchen fachliche Unterstützung und den geleiteten Lernprozess zum Umgang mit dieser Alltagsfalle. Andere haben zwar hin und wieder mit Aufschiebeverhalten zu tun, sind aber vom Hype der Gesellschaft „Oh Gott, schon wieder Aufschieberitits!“ ziemlich verunsichert. Und in meiner Arbeit mit vielbegabten Scanner*innen habe ich auch immer wieder die Frage auf dem Tisch: „Warum schiebe ich das vor mir her?“ Mir das Ziel zu setzten, etwas dazu beizutragen, damit die Menschen das facettenreiche Phänomen aufschiebenden Verhaltens mit all seinen Tücken und Fallen besser verstehen können, hat mich zum punktuellen Taucher gemacht. Und es fühlte sich toll an. Es fühlt sich noch immer toll an, denn ich bin noch auf Tauchgang! Aber in Kürze ist das Manuskript fertig gestellt und das Scannerbienchen freut sich ehrlicherweise auch schon wieder sehr auf das nächste Blümchen!

Ich wusste schon, dass sich bei mir Themen auch wiederholen können. Ich habe begleitende Themen und einen großen Anteil als ständig die Themen wechselnde Scanner*in.

Diese Erfahrung und das verstehen meines Umgangs mit Erwartungen, war spannend und bereichernd. Ja, ich mache das mit den Erwartungen natürlich schon lange so, mir war es dennoch nicht bewusst. Und alles was wir über uns verstanden haben und von unbewussten Handlungen in bewusste Handlungen verändern können, macht das ein oder andere leichter.

Wer etwas zu den unterschiedlichen Scannertypen erfahren will, schaue einfach in mein erstes Buch J HIER zu bestellen.

Wer etwas zu den Erwartungs-Motivations-Typen von Gretchen Rubin erfahren will, braucht Geduld bis zum Herbst, dann kann diese Thematik in Verbindung mit Aufschiebeverhalten in meinem neuen Buch nachgelesen werden J Oder man greife zum Original von Gretchen. Sie freut sich auch über Leser*innen.

 

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Ein Gedanke zu “Hilfe ich muss tauchen! Ein Buch. Ein Thema. Nur nicht selbst ausgesucht… Scanner als Autor mit Auftrag?!

  1. Pingback: Wenn das Innen ins Außen will. Kreativer Ausdruck eines Scanner-Innenlebens. | Annette Bauer Coaching Blog ACHTSAM & VIELBEGABT

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