Der Autopilot. Wenn Achtsamkeit verloren geht und der Automatismus das Ruder übernimmt…

In der Achtsamkeitslehre gibt es eine wichtige Unterscheidung:

Autopilot  < – > Selbststeuerung

Wenn man diese beiden Begriffe betrachtet, bekommt man schnell eine Ahnung, was sich dahinter verbirgt. Es geht um die Automatismen, die oft im Alltag lauern. Die Dinge, in die wir immer wieder verfallen, oder das, was so leicht von der Hand geht, dass schnell noch Platz für die zweite doer dritte Sache ist. Autofahren behält immer wieder einmal die Erfahrung bereit, dass man plötzlich merkt „ups, wie bin ich denn hierher gekommen“ oder „Oh, schon hier!“ Dann sind wir quasi im Autopiloten unterwegs gewesen.

Der Alltag ist nun einmal geprägt von Gewohntem, von sich wiederholenden Abläufen, die uns vertraut sind. Oft ist das etwas sehr angenehmes. Ich selbst kenne das nur zu gut: Wie wohltuend diese Gewohnheiten doch auch sein können! Gerade, wenn der Kopf sehr beschäftigt ist, tut putzen, bügeln oder ähnliche (automatisch ablaufende) Tätigkeiten regelrecht gut. Dann sortieren sich meine Gedanken.

Aber was, wenn die automatisierten Abläufe dazu führen, dass alles unbewusst wird oder ich mir mehr und mehr und mehr drauf packe. Dann ist es vorbei mit der Selbststeuerung. Die Achtsamkeit auf das hin, was ich gerade tue ist pfutscht! Nix mit „im hier und jetzt sein“.

Achtsamkeit geht im Alltag auch immer mal wieder verloren. Darüber zu schweigen und statt dessen das Blaue vom Himmel zu versprechen, wenn es um achtsames Üben geht, wäre dumm und unehrlich. Übung ist das beste Mittel, um den Autopiloten immer wieder erkennen und abschalten zu können. Aber genauso kann es eben auch immer wieder passieren, dass der Schalter wieder zurückfällt und wir wieder genau dort landen, wo wir nicht sein wollen: in der ungesunden Form der Routine, dem Automatismus, der uns das Bewusstsein für unser Handeln, Denken und Fühlen verstellt.

„Sei gnädig mit dir selbst“ ist deshalb mein wichtigster Appell an alle Übende der Achtsamkeit. Nutze immer wieder aufs Neue das Hier und Jetzt und gesteh dir zu, immer wieder neu zu starten!

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2 Gedanken zu “Der Autopilot. Wenn Achtsamkeit verloren geht und der Automatismus das Ruder übernimmt…

  1. Hi,
    ich kenne den Autopiloten nur zu gut 😉
    Ich habe angefangen mir jeden Tag drei einfache Tätigkeiten vorzunehmen, die ich dann so achtsam wie möglich ausführe. Zum Beispiel die Katze füttern, den Müll rausbringen oder den Einkaufszettel zu schreiben. So komme ich immer wieder aus dem Autopilot-Modus heraus. Das klappt ganz gut und mit der Zeit wird das achtsame handeln dann auch einfacher.

    Gruß,
    Markus

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    • Hallo Markus,
      sehr schöne Idee, dem Autopiloten etwas entgegen zu setzen! Den Müll achtsam rausbringen – das werde ich auch mal versuchen 🙂
      Zumal meine Mülltonne in einem sehr schönen Hinterhofgarten steht… warum bin ich darauf nicht selbst gekommen?
      LG
      Annette

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