Das richtige NICHTS – oder was Nichts mit Entschleunigung zu tun hat

Gestern habe ich ein Gespräch geführt, in dem meine Gesprächspartnerin und ich auf eine Situation gestoßen sind, die vielen Menschen vertraut ist:

Sie fragen Ihr Gegenüber „Was denkst du?“ und die Antwort ist „Nichts“. Oder „Was machst du gerade?“ – „Nichts“. Ich kann das oft nicht leiden, diese Antwort zu bekommen. Ja, manchmal ist sie das Signal des Gegenübers, dass man die eigenen Gedanken bei sich behalten will oder das man vielleicht gerade nichts Wichtiges macht. Oder wirklich nicht bewusst hat, was man macht. Aber wirklich nichts denken? Nichts tun? Schwer.

Der Kopf ist fast immer in Bewegung. Irgendein Gedanke arbeitet, eine Aufgabe wird im Kopf schon mal durchstrukturiert, die Einkaufsliste vorbereitet, das Gespräch noch mal im Stillen durchgegangen, der Ärger mit Gedankenworten versehen… Und wenn ich ehrlich bin: wenn ich sage, ich würde gerade nichts tun, stimmt auch das in der Regel nicht.

Aber wie wäre es, wirklich nichts zu tun? Das richtige NICHTS. Was das ist? Das ist das zweckfreie Rumlungern. Das entspannte liegen oder sitzen, ohne eine andere Sache zu verfolgen. Nicht lesen, nicht sprechen, nicht essen… oder was man sonst so gerne macht, wenn man nichts macht. Fernsehen – auch sehr beliebt als Nebenbeschäftigung von nichts.

Wirklich NICHTS. Dem Geist und dem Körper Raum zur Ruhe geben. Und damit auch zum Aufbau neuer Energie. Heute hatte ich einen Moment von wirklichem NICHTS. Es war ein toller Moment. Ich bin an einem strahlenden Sonnentag mit einer Tasche voller Beschäftigungsmöglichkeiten auf eine schöne Wiese gezogen. Ich habe meine Decke ausgebreitet. Ich habe ein Buch aus der Tasche geholt. Habe es neben mich gelegt und – nichts getan. Augen zu und nichts. Wunderbar. Selten. Aber vielleicht nach dem impulsgebenden Gespräch gestern wieder öfter. Und das Schöne daran: mit jedem NICHTS tun schaffe ich mir eine Zeit, die langsam ist, die meinen Alltag entschleunigt! Ein absoluter Zugewinn.

Wann hatten sie zuletzt als Hauptbeschäftigung das richtige NICHTS? Und womit füllen Sie das ganz normale und alltägliche nichts? Gibt es etwas, was sie versuchsweise mal nicht tun könnten, um NICHTS zu tun? Ein Versuch ist es wert? Denn das richtige NICHTS ist ein WERT an sich!

Ihnen allen einen guten Tag – mit Freiraum.

ps – und wenn sich ständig Gedanken ins NICHTS drängen: sagen sie Hallo zu diesen Gedanken und lassen Sie sie wie eine Wolke dahin ziehen. Lächeln Sie ihnen nach – wenn sie wichtig waren, kommen sie wieder, wenn Sie mit NICHTS fertig sind 🙂

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