Erbsenzähler – von den kleinen Dingen…

Heute morgen habe ich eine Geschichte zum wiederholten Mal gehört, die eigentlich immer wieder ein Lächeln bei mir hervorruft. Weil ich immer denke: ja, es kann so einfach sein.

Wieviele Menschen kennen Sie, die gerade an einem Punkt sind, an dem das Glas immer halb leer, der Tag immer zu kurz, die Leute alle komisch, die Zeit immer zu knapp, der Freiraum völlig verbaut, jede Aufgabe unerfüllbar oder schlichtweg unsinnig… ist? Oder wann haben Sie selbst das erlebt? Jeder erlebt es. Mal mehr ausgeprägt, mal weniger. Das sind die normalen „schlechten Tage“. Sie gehören zu unserem Alltag. Manchmal nimmt dieser Alltag (der berufliche oder der private) aber eine Dynamik auf, dass man kaum noch hinterher kommt! Alles fühlt sich schnell an, Empfindungen von getrieben sein, ständig unter Strom stehen oder immerzu die Sehnsucht nach Ruhe kommen auf. Und wir können kaum auf die guten Dinge schauen! Mir geht es so. Immer wieder mal. Und wenn mir dann zB die Bohnengeschichte unter kommt, muss ich schmunzeln:

Eine weise Frau (vielleicht war es auch ein weiser Mann, die Geschichte ist schon sehr alt 😉 ) verließ niemals das Haus, ohne sich zuvor eine Hand voll Bohnen in die Tasche zu stecken. Sie tat dies nicht, um die Bohnen später zu kauen. Nein, sie nahm sie mit, um so die schönen Momente des Tages bewusster wahrzunehmen und um sie besser zählen zu können. Für jede positive Kleinigkeit, die sie tagsüber erlebte – zum Beispiel einen fröhlichen Plausch auf der Straße, das Lachen von Kindern, ein köstliches Mahl, einen schattigen Platz in der Mittagshitze, ein Moment der Stille, ein Glas guten Weines, eine duftende Blume – für alles, was die Sinne und das Herz erfreute, ließ sie eine Bohne von der rechten in die linke Hosentasche wandern. Manchmal waren es gleich zwei oder drei Bohnen! Abends saß sie dann zu Hause und zählte die Bohnen aus der linken Hosentasche. Sie erinnerten sie daran, wie viel Schönes ihr an diesem Tag widerfahren war und freute sich darüber. Sie zelebrierte diese Minuten. Und sogar an einem Abend, an dem sie bloß eine Bohne zählte, war der Tag gelungen. Es hatte sich gelohnt, ihn zu leben und sie schlief zufrieden und glücklich ein. (Verfasser unbekannt) 

Ob wir alle Bohnen – oder Erbsenzähler werden sollen? Vielleicht gar nicht so schlecht. Überall lesen wir über die Glücksforschung. Man spricht von positiver Psychologie. Ein Sprichwort sagt uns seit Jahrhunderten, das Glück liege auf der Straße. Es scheint eine zentrale Bedeutung zu haben, dass man immer wieder den Blick auf die positiven Dinge lenken kann. Gerade in unseren oft sehr vollen und hektischen Alltagssituationen. Diesen Alltag zu unterbrechen ist nicht immer einfach, aber wichtig. Und warum nicht versuchen, es mit Hilfe von ein paar Bohnen zu schaffen? Ach, Sie denken, Sie haben am Abend eh keine Bohnen in der anderen Hosentasche? Weil sie nichts entsprechendes erleben? Oder weil sie eh nicht dran denken? – Das mag sein, aber sie werden am Abend bemerken, dass sie eine Tasche voller Bohnen haben. Und sich an den selbsterteilten Auftrag erinnern. Und am nächsten Tag versuchen sie es wieder. Und ich glaube, es wird gelingen – versuchen Sie es ruhig immer wieder!

Wenn unser Alltag voll ist und uns sehr in Anspruch nimmt, dürfen wir uns immer wieder neue Versuche gestatten, ihn zu unterbrechen und ihm Tempo zu nehmen! Alles braucht Übung. Nicht nur das Erlernen von Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben oder ein Instrument zu beherrschen. Auch die Fähigkeit der Achtsamkeit und des Innehaltens darf in Ruhe gelernt und eingeübt werden.

Na, Bohnen im Haus?

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